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Reisen mit Louis Vuitton - Foto von Hazby Assidiqi Rochman von Pexels
Foto by Hazby Assidiqi Rochman von​​ Pexels

Louis Vuitton gründete bereits im Jahr 1854 seinen ersten Laden im vierten Haus der Rue Nueve des Capucines im belebten Zentrum der französischen Hauptstadt Paris und unweit des 5 Sterne Hotels Ritz Paris. Nicht fern des östlichen Seine Ufers hinter dem Jardin des Tuileries machte er sich anfänglich einen Namen mit exklusivem Reisegepäck, welches schon damals markante, goldene Details zu braunem Holz und hellbraunen Lederriemen als Erkennungszeichen trug. Ein Farbcode, den das Unternehmen bis heute in seinem Herzen trägt.

Louis Vuitton - "Le Malletier"

Bereits im ersten Jahr seiner Selbstständigkeit fragte das französische Königshaus in Person von Kaiserin Eugenie persönlich an und erwarb Reisegepäck für sich auf Reisen. Eugenie war als Ehefrau Napoleons III. von 1853 bis 1870 die letzte Monarchin Frankreichs. Vuitton pflegte schon zu seinen Zeiten als Angestellter einen engen Draht zum französischen Hof und fungierte als exklusiver Gepäckhersteller der Kaiserin. Nach seinem Schritt in die Selbstständigkeit, hielt sie ihm die Treue.


Nicht zuletzt deswegen erlangte das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit den Glanz, für den es auch heute noch steht. Louis Vuitton wurde schon bald ein erfolgreicher und angesehener Geschäftsmann, dessen Ruf ihm vorauseilte. Das von ihm entworfene Reisegepäck war stilprägend und ikonisch für eine frühe Generation des Jetsets. Von Hutkoffern bis hin zu Reisebehältnissen für Picknickbedarf, Schmuck und ganze Bibliotheken, den Einsatzfeldern schienen keine Grenzen gesetzt. Was man mitnehmen konnte, passte auch in Louis Vuitton, stets mit Stil natürlich. Das französische Wort "malletier", das Louis Vuitton bei der Gründung in den Firmennamen mit aufnahm, bedeutet so viel wie „Kofferhersteller“ und hob stolz den Ursprung des Unternehmens hervor. Heute trägt das französische Unternehmen diesen Part nicht mehr in seinem Namen.


In Zeiten von Dampfschifffahrt und abebbendem Transport per Kutsche waren Reisen an sich schon oft das Ziel. Die langen Reisezeiten machten es auf Exkursionen notwendig, wettergeschützt und sicher verpackt eine Auswahl der eigenen Garderobe mit sich zu führen. Abgesehen von der Tatsache, dass das von Louis Vuitton angesprochene Klientel ohnehin gerne mit einer Sammlung von möglichen Outfits das Heim auf Zeit verliess. Jedem Anlass sein eigen Kleid. Für den Transport auf dem Dach einer Kutsche besassen Koffer bis zu diesem Zeitpunkt oft eine abgerundete Form um Regenwasser abzuleiten.


Die modernen Reisemöglichkeiten im Zug erforderten hingegen eine flache Form um gut stapelbar zu sein. Louis Vuitton erkannte die Zeichen der Zeit und bot mit seinen Varianten die perfekte Antwort für alle mit der Zeit Reisenden. Zudem waren seine Koffer aus beschichtetem, wasserabstossendem und strapazierfähigem Material gefertigt. Bei seinen Recherchen erwies sich mit Roggenmehl imprägnierter Leinen als besonders robust und witterungsbeständig.


Wenn sich im Gegenzug die ganze Welt zu einer Reise nach Frankreich aufmachte, war Louis Vuitton nicht fern. Bereits im Jahr 1867 gewann er im Rahmen eines Wettbewerbs auf der Weltausstellung in Paris den dritten Platz. 1889 war es bei der selben Veranstaltung in Paris sogar die goldene Medaille, die er am Ende der Ausstellung in den Händen halten durfte.

Die Erben machen weiter

Im Jahr 1900 wurde seinem Sohn die Ehre zu Teil, im Rahmen der Weltausstellung in Paris den Bereich für Reisegepäck und Lederwaren selbständig zu gestalten und seine Entwürfe zu zeigen. Im Jahr 1904 war er Teil der Jury der Weltausstellung in St. Louis und beurteilte nun mit seinem Fachwissen die kreativen Entwürfe der nächsten Generation.


Schon im Jahr 1892 verstarb Louis Vuitton im Alter von 70 Jahren. Georges Vuitton, Sohn des Firmengründers, lebte die Tradition seines Vaters erfolgreich weiter und veröffentliche im Jahr 1894 ein Buch mit dem Titel „Le Voyage“, welches das Thema Reisen in den Fokus rückte und sein Produktsortiment passend begleitete. Auf George Vuitton geht auch das berühmte Monogram Muster zurück, das bis heute zu den Erkennungszeichen des Hauses gehört und 1896 erstmalig seine Verwendung fand. Die grafischen Symbole des Musters wurden von japanischen und orientalischen Designs inspiriert. Dieser exotische Trend prägte eine moderne Auffassung von Gestaltung in der spätviktorianischen Zeit und zitierte die Formsprache fremder Kulturen. Das ebenso bis heute verwendete, schachbrettartige Damier Muster wurde übrigens schon im Jahr 1888 erstmalig vorgestellt und war noch das Ergebnis der Zusammenarbeit von Vater und Sohn.


Mit der einhergehenden Motorisierung bot das Unternehmen ab dem Jahr 1906 auch Reisegepäck an, das sich auf den Rücken der ersten, luxuriösen Automobile schnallen liess. Somit war es auch dem modernsten Grafen und seiner Gattin auf Ausflügen möglich, über eine umfangreiche Auswahl an Kleidung und Accessoires aus dem Cabriolet heraus zu verfügen.

Georges Vuitton kreiert die erste Handtasche

Fünf Jahre zuvor im Jahr 1901 und unter der Führung von Georges Vuitton begann das Unternehmen die erste Handtasche im klassischen Sinn anzubieten. Das erste Modell soll mit dem Namen „Steamer Bag“ getauft worden sein und war als Accessoire zum klassischen Gepäck gedacht. Die Taschen wurden in den grossen Koffern verwahrt und boten die Möglichkeit, auf kleineren Ausritten eine Auswahl an Notwendigkeiten mit sich führen zu können. Sensationell! 


Auch heute noch ist Louis Vuitton bekannt für sein Reisegepäck. Eines der bekanntesten Modelle des Hauses ist wohl das Modell Keepall in seinen unterschiedlichen Grössen. Die Taschen wurden erstmalig im Jahr 1924 der Öffentlichkeit vorgestellt und stellen bis zum heutigen Tag einen absoluten Bestseller des Hauses dar. Dem heutigen Sortiment gehören Koffer in unterschiedlichen Gössen sowie Varianten für Kurztrips an, sie tragen ebenso die Idee im Kern. So tragen beispielsweise die Taschen der Carryall und Packall Reihe ebenfalls in ihrem Namen den Anspruch, ein Begleiter auf Ausflügen sein zu dürfen.

Louis Vuitton Ausstellung "Volez, Voguez, Voyagez"

Im 2017 fand zu Ehren der Firmengeschichte eine internationale Ausstellung statt. Die Ausstellung trug den Namen „Volez, Voguez, Voyagez“, was übersetzt dazu aufforderte zu fliegen, zu segeln und auf Reisen zu gehen. Die Ausstellung und das die Veranstaltung begleitende Buch geben auch über die frühe Geschichte des Unternehmens Auskunft und gewähren einen schönen Einblick in die Reisegewohnheiten der Upper Class um die Jahrhundertwende. Die Ausstellung wanderte von Frankreich aus um die Welt. In Tokyo, Seoul und New York war es im Anschluss möglich, den selben Umfang an Geschichte und Stil zu bewundern. Die Ausstellung wurde vom anerkannten französischen Modehistoriker Olivier Saillard kuriert und bot neben dem Blick in die Vergangenheit auch einen Ausblick auf die Zukunft der Mode.


Ganz im Sinne des Firmengründers führt Louis Vuitton seine Tradition edler Reisebegleiter bis heute fort und bietet diese in unterschiedlichen Formaten mittlerweile auch für die Aufbewahrung moderner Accessoire Gattungen an, wie zum Beispiel Sneakern und Armbanduhren. Reisen mit Louis Vuitton eben.


Echte, erhaltene Koffer aus den Anfangszeiten des Unternehmens sind heute eine beliebte Wahl für die Gestaltung von Innenräumen und setzen einen edlen Akzent, der auch die Reisen in Erinnerung ruft, auf die sich die Koffer bereits begeben haben. Teilweise lassen sich nämlich anhand von Aufklebern sogar noch genaue Routen nachvollziehen.

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